Kommunalen Konzepts zur Förderung von Insektenvielfalt

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nach der Geschäftsordnung des Rates der Gemeinde Neunkirchen zur Vorlage im UVA:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister,
sehr geehrte Damen und Herren,

Die Fraktion der Grünen beantragt die Entwicklung eines kommunalen Konzepts zur Förderung von Insektenvielfalt als Beitrag gegen das dramatische Insektensterben und zum Erhalt der heimi-schen Flora und Fauna. Wir beantragen die Entwicklung eines Konzepts durch die Verwaltung (respektive durch die Um-weltberatung), welches in Zusammenarbeit mit z.B. Umweltverbänden (NABU, BUND etc.) sowie der Biologische Station, Landwirten, Waldbesitzern, Imkern, Schulen, Tageseinrichtungen für Kin-der, Heimatvereinen und Privatpersonen die Förderung der Insektenvielfalt in Neunkirchen voran-treibt.
Hierzu möge (exemplarisch)

  • die Verwaltung die kommunalen Flächen (Straßenbegleitflächen/ öffentliche Flächen/ land-wirtschaftliche Flächen) erfassen, die für die Anlage von Bienenweiden geeignet sind
  • die Verwaltung eine insektenfreundliche Bepflanzung mit heimischen, standortgerechten Pflanzenarten auf kommunalen Flächen (und z.B. Kita- und Schulgeländen) fördern
  • die Verwaltung prüfen, welche insektenförderlichen Maßnahmen kurzfristig umsetzbar sind
  • die Verwaltung prüfen, welche Förderprogramme in Anspruch genommen werden können
  • die Verwaltung prüfen, ob in den Nutzungs-/ Pachtverträgen für kommunale Flächen eine extensive Bewirtschaftung und die Anlage von Blühstreifen festgelegt werden kann
  • die Verwaltung bereits bestehende Wildblumenwiesen/ Bienenweiden benennen, erhalten und pflegen
  • die Verwaltung schonende Mahdweisen (z.B. die sog. Staffelmahd) und Mahdzeitpunkte implementieren
  • Maßnahmen der Aufklärung und Sensibilisierung für die Nutzung von Insektiziden und Herbiziden in Privathaushalten betreiben
  • Maßnahmen der Aufklärung und Sensibilisierung für geänderte Mahdweisen und –zyklen betreiben
  • Maßnahmen der Aufklärung und Sensibilisierung für die Anpflanzung heimischer (Beeren-)Sträucher in Gärten und Anlagen, naturnaher Zier- und Nutzgärten betreiben
  • die Verwaltung letztendlich das entstandene Konzept umsetzen.

Zur Begründung:
Das Insektensterben und der dramatische Rückgang der (Arten-) Zahl von Insekten ist seit einigen Wochen und Monaten in allen Medien immer wieder Thema und empirisch valide belegt. Der Rückgang der Zahl der Insekten ist problematisch, da Insekten anderen Wildtieren als Nahrung
dienen: Zahlreiche Vogelarten, aber auch Amphibien und Fledermäuse sind auf Insekten angewiesen. Der Insektenrückgang gefährdet daher auch viele andere Arten im Bestand, was sich längst in der heimischen Fauna erkennen lässt (z.B. Singvogelrückgang). Zudem ist die Bestäubung durch Insekten, im Besonderen Bienen, für viele Nutz- und Wildpflanzen
unverzichtbar.

Die Ursachen des massiven Insektensterbens sind vielfältig: Industrielle Landwirtschaft mit ihren Giften (Neonicotinoide…), Herbizide (Glyphosat …), Überdüngung und die monotone Agrar-Land-schaft, unreflektierte Nutzung von Herbiziden in Privatgärten, Klimawandel, Lebensraumverände-rungen, Flächenverbrauch und Bebauung, u.v.m.
Hier sind Maßnahmen notwendig, die dem Insektensterben und dessen negativen Folgen Einhalt gebieten, um unsere heimatliche Flora und Fauna zu schützen und zu erhalten. Viele dienliche Maß-nahmen verursachen z. B. durch die Nutzung interner Kompetenzen keine zusätzlichen Kosten, da sie lediglich auf eine Umstrukturierung von gewohnheitsmäßigen Handlungen abzielen. Auch kön-nen für Aufklärung und Sensibilisierung vorhandene Strukturen (z.B. Amtsblatt) genutzt werden.

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